Die Stellenanzeige der Woche: Hunderunde Kaufunger Wald

Humor, Fakten, Geschichten & Cultural Fit. Das sind die Zutaten für eine erfolgreiche Stellenanzeige. Dieses Beispiel zeigt, wie es geht.

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Ich werde hier im Blog immer mal wieder Beispiele für gute und ungewöhnliche Stellenanzeigen bringen, denn das ist bitter nötig. Viele Stellenanzeigen sind beliebig gestaltet und haben austauschbare Inhalte, dabei sind sie oft der erste wichtige Kontaktpunkt für Bewerber:innen mit Ihrem Unternehmen. Wenn dort nicht zumindest ein Fünkchen überspringt, wird ganz schnell weiter geklickt.

Doch nicht so bei dieser Anzeige:

Humor, Fakten, Geschichten & Cultural Fit

In den ersten beiden Sätzen bekommt man kurz und knapp Infos, worum es in dieser Stellenanzeige geht. Hundeliebhaber:innen werden jetzt ohnehin schon aufmerksam sein, und dann wird es richtig gut:

Du träumst schon immer davon wochenlang mit schlammverkrusteten Schuhen und nass bis auf dein Unterhöschen durch den Dauerregen zu marschieren. Du liebst diesen Adrenalinkick, wenn dir ein suizidgefährdeter Feldhase durch die Hundegruppe schießt und keiner angeleint ist, weil du gerade konzentriert in der Nase popelst. Du pullerst dich bestenfalls nicht vor Schreck ein, wenn zwei putzige 40-kg-Rüden sich die Schädel einschlagen wollen wegen eines gottverdammten Fitzelchen Trockenfutters.

Hunderunde Kaufunger Wald

Wenn ich das lese, habe ich sofort Bilder im Kopf, rieche den Wald und sehe den suizidgefährdeten Hasen davon sprinten. Der kurze Text reißt Geschichten an und schafft es, mich auf einer emotionalen Ebene zu packen. Mal Hand aufs Herz: Schaffen Ihre Stellenanzeigen das auch?

Und die Kommentare zeigen, dass es auch anderen Menschen so geht. Hier ist ein kleiner Auszug.

So geht es weiter und weiter und weiter…

Danach folgt Was wir dir bieten (übrigens löblicherweise vor Was wir uns wünschen), und auch hier werden Fakten mit Humor verbunden. Die Stellenanzeige macht also nicht nur klar, was man können soll, sondern auch was für Menschen zu dem Unternehmen passen. So wird quasi nebenbei der Cultural Fit, also die kulturelle Passung von Bewerber:innen zu dem Unternehmen, geklärt.

Das ist schon große Kunst. Aber eigentlich auch gar nicht so schwer, denn der Text ist schlicht authentisch und wurde nicht durch Phrasen und Verklausulierungen weich gespült.

Was lernen wir daraus?

Stellenbeschreibungen sind ein ganz wichtiger erster Kontaktpunkt für Bewerber:innen mit dem Unternehmen. Sie sollen authentisch formuliert und nicht mit hohlen Phrasen weich gespült sein. Wenn dann noch etwas Witz und Geschichte dazu kommt, erreicht man die Köpfe und Herzen der Menschen. Die wichtigsten Fakten dürften nicht fehlen. Nur müssen diese eben auch nicht langweilig beschrieben werden. In diesem Beispiel hat sich die Stellenanzeige in verschiedenen sozialen Netzwerken sogar viral verbreitet und so der Hunderunde Kaufunger Wald eine kostenlose Reichweite beschert, die sich sonst nur durch gekaufte Werbeanzeigen erreichen lässt.

Ich wünsche der chronisch chaotischen, immer verplanten (dafür aber gut aussehenden) Chefin und ihren zwei faulen (und nicht so gut aussehenden) Kollegen jedenfalls viel Glück bei der Besetzung der Stelle.

Und falls Sie sich über die Formulierung des vorigen Satzes wundern: Keine Sorge, das steht genau so in der Stellenanzeige.

Karsten Kneese

Karsten Kneese

Ich helfe Unternehmen, die richtigen Leute für ihre offenen Stellen zu finden. Bei der MACH AG bin ich für das Personalmarketing und Employer Branding zuständig. Wir haben seit 2017 über 200 Leute eingestellt, davon viele Kolleg:innen in der Softwareentwicklung, Beratung und im IT-Umfeld. Sprich mich an, ich helfe gern.

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